Denn noch immer heiratet eines von fünf Mädchen vor dem Eintritt ins Erwachsenenalter. Es gibt weiterhin viel Gewalt gegen Frauen. Eine gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben ist nicht in Sicht. Und in Führungspositionen wird die vollständige Gleichstellung gemessen am heutigen Tempo erst in 176 Jahren Realität sein. Frauen tragen zudem nach wie vor eine ungleich höhere Last an unbezahlter Haus- und Pflegearbeit.
Finanzielle Dienstleistungen gelten als ein wichtiger Hebel für mehr Geschlechtergerechtigkeit, weil sich ökonomische Chancen förderlich auf die Gleichstellung und die Selbstbestimmung von Frauen auswirken. Doch genau hier liegt ein zentrales Problem: Unternehmerinnen und Gründerinnen haben mit einem erschwerten Zugang zu Krediten und Investitionen zu kämpfen.
An dieser Stelle kommt Gender-Lens Investing (GLI) ins Spiel. Denn hierbei geht es auch darum, gezielt in Gründerinnen und Unternehmerinnen zu investieren. Ganz allgemein ist mit GLI aber zunächst einfach nur gemeint, dass Genderaspekte im Investitionsprozess Berücksichtigung finden. Die meisten Definitionen von GLI beziehen sich darüber hinaus sowohl auf positive Wirkungen in Bereichen wie Gleichstellung und Empowerment als auch darauf, von den günstigen Effekten von Genderaspekten auf das Rendite-Risiko-Profil profitieren zu wollen.
In einem Beitrag für das Jahrbuch Impact Investing 2025. Kapital mit Haltung: Warum Wirkung zur härtesten Währung wird beschreiben Gesa Vögele vom Fair Finance Institute (FaFin) und Dr. Hanne Roggemann vom institut für finanzdienstleistungen (iff) aus Hamburg, was Gender-Lens Investing (GLI) ist und welche finanziellen und Impact-Potenziale der Ansatz bietet. FaFin und iff arbeiten zudem derzeit an einem gemeinsamen Projekt zu GLI.
Weitere Informationen:
- Zum Beitrag Investieren mit Wirkung – für Frauen, für alle von Gesa Vögele und Dr. Hanne Roggemann
- Gemeinsames Projekt von iff und FaFin: Begleitstudie zu Gender Lens Investing


